biografischer Überblick

DOMINIK STEIGER (18. 10. 1940 in Wien - 12. 1. 2014)

Nach der Matura 1958 Studium d. Staatswissenschaften u. slawischen Philologie – bald abgebrochen

Fährt ohne Pass u. Geld nach Marseille zur Fremdenlegion; nach Monaten in Algerien, Krise; entkommt mit viel Glück und Hilfe eines Colonels der Strafkompanie
1960 wird nach Aufenthalten in div. Spitälern nach Wien zurückgeschickt;
Beschließt, Schriftsteller zu werden. Gelegenheitsarbeiten, Bekanntschaft mit Künstlern und Bohemiens; erste Gedichte im Selbstverlag, Aufenthalt in Paris.

Will sich 1963 mit zwei Freunden kurdischen Freiheitskämpfern anschließen, fährt dann allein in die Türkei und nach Indien.
Zurück in Wien arbeitet er im Antiquitätenladen v. Kurt Kalb, lernt dort Konrad und Traudl Bayer kennen
1965 zieht zu Traudl Bayer an den Dannebergplatz

1966 Beginn der Freundschaft mit Dieter Roth
1967 debütiert auf Empfehlung von Gerhard Rühm mit Die verbesserte Große Sozialistische Oktoberrevolution beim Berliner Verleger Rainer Pretzell
ZOCK-Fest in Wien, Provo-Fest auf der Frankfurter Buchmesse

1968/69 Erfolge mit zwei Taschenbüchern bei Suhrkamp (Wunderpost für Copiloten & Hupen Jolly fahrt Elektroauto)
Gründet mit Reinhard Priessnitz, Kurt Kalb u. a. den Mickey-Maus-Klub; Protestaktion beim Internationalen Philosophen-Kongress in Wien

1971 Joseph Beuys wohnt ein paar Tage am Dannebergplatz; Ausflüge in die Donau-Auen; ermutigt zum Zeichnen.
Günter Brus veröffentlicht erste Steigersche Zeichnungen in seiner Schastrommel Nr. 7 und 1974 Schastrommel Nr. 12.
schreibt ohne viel Umstände (senza tanto) mehrere Bücher in den Außenseiterverlagen Hundertmark (Berlin) und Seedorn (Zürich)

1974 versammelt im idioeidetischen Letterfrack neben eigenen auch von Künstlerfreunden gefertigte Erweiterungen seiner Knöchelchen
Teilnahme am Berliner Konzert Selten gehörte Musik, initiiert von Dieter Roth

ab 1975  regelmäßig in Solo- und Gemeinschaftsausstellungen vertreten
gründet den Verlag „Buchdienst Fesch“, der zunächst DIETER ROTHS TRÄNENMEER und 1976 NERVENKRITIK publiziert, mit Beiträgen von Christian Ludwig Attersee, Konrad Bayer, Günter Brus, Arnulf Rainer, Dieter Roth, D. Steiger, Kurt Vitello

1977 erscheint JEDEN JEDEN MITTWOCH EIN ZWOMAN,  Ergebnis eines, 1974 mit Günter Brus begonnenen Buchprojektes, das durch wöchentlich postalisch ausgetauschte und gegenseitig ergänzte Texte u. Zeichnungen entstand

1979 - 82 mehrfach Publikationen in Dieter Roths Zeitschrift für alles

1984 ZELL FESCH, Buchdienst Fesch, Seedorn Verlag, Zürich, begleitende Ausstellung in Zell am See beim Ehepaar Gadenstätter

1987 Zusammenspiel mit Gerhard Rühm - Gemeinschaftsausstellung im Palais Kinsky, Wien

1993 LETTERFÄLLE in 53 Teilen in der Tageszeitung der Standard, in Kooperation mit museum in progress und dem Kurator Robert Fleck
ab 1994, mit THINGUMMY erscheinen die literarischen Werke im Autorenverlag Droschl, Graz

1995 Gründung der TAGTRAUMARBEITERPARTEI

1996 an Jenseits von Kunst beteiligt, kurat. v. Peter Weibel, Ludwig Museum Budapest u. Neue Galerie Graz

1997 - 2008 Ausstellungen in Wien, Frankfurt, Brüssel, Helsinki, Madrid, Pécs, Wels, Köln, Graz, Salzburg, Lübeck, Mürzzuschlag und Zürich

2004 österreichischer Literaturpreis

2008 Preis für bildende Kunst der Stadt Wien

2014 Am 12. Jänner stirbt Dominik Steiger nach längerer Krankheit in seiner Wiener Wohnung.
Sein letztes Buch Spuk und Geflunker erscheint im Frühling 2014 im Ritterverlag

RETROSPEKTIVE DOMINIK STEIGER in der Kunsthalle Krems
unter Leitung v. Direktor Hans-Peter Wipplinger v. 15.11.2014 - 8.2.2015 

(a.d.s.)

* das Teaserbild zeigt ein Portrait Dominik Steigers von André Thomkins